alvaro-luca.
Ich bestehe aus Fragmenten von all den Orten, an denen ich war, all den Menschen, die ich geliebt habe und all den Momenten, an denen meine Seele innehielt. Mein Leben ist durchfärbt von Poesie, Abenteuern, Berührungen, Buchzitaten, moosigen Waldsteinen, Gesprächen bei Nacht, dem Blick in die Sterne und dem Geruch von Metall an den Händen.
Ich bin angetrieben vom Wunsch die Blaue Blume zu finden, erfüllt vom Gedanken der Renaissance, will verstehen, was die Welt im Innersten zusammenhält, nur um mich auf meiner Suche nach meinem Platz im Kosmos letztlich als Wanderer über dem Nebelmeer wiederzufinden.

„Mein Gewicht bindet mich an den Boden, wo doch alle Sterne mich magnetisch anziehen. Aber wieder ein anderes Gewicht wirft mich auf mich selbst zurück und zieht mich zu so vielen Dingen. Meine Träume sind wirklicher als der Mond, als die Dünen, als alles, was um mich ist.“
– Antoine de Saint-Exupéry, Wind, Sand und Sterne (1939)
Doch in dieser Welt stehe und wirke ich nicht allein – bin verbunden im Adernetz aus allem was vor mir geschaffen wurde und allem was nach mir geschaffen werden wird; und in dessen ewigem Strom transformatorischen Bewusstseins fließe ich und daraus wirke ich. Wenn wir uns mit den großen Geschichten der Menschheit beschäftigen, reflektieren wir das große ominöse kollektive Bewusstsein. Verkürzt ausgedrückt, sind all diese Geschichten im Grunde Geschichten über dich und mich; über unsere Schicksale im Einzelnen und im Ganzen.
„Was wir Diesseits nennen, ist ja eigentlich die Schlacke, die Materie, also das, was greifbar ist. Das Jenseits ist alles Übrige, die umfassende Wirklichkeit, das viel Größere. Das, worin das Diesseits eingebettet ist. Insofern ist auch unser gegenwärtiges Leben vom Jenseits umfangen.
Wenn ich mir also vorstelle, dass ich während meines diesseitigen Lebens nicht nur meine eigene Festplatte beschrieben habe, sondern immer auch etwas in diesen geistigen Quantenfeldern abgespeichert habe, gewissermaßen im großen Internet der Wirklichkeit, dann geht dies ja mit meinem Körperlichen Tod nicht verloren. In jedem Gespräch, das ich mit Menschen führe, werde ich zugleich Teil eines größeren geistigen Ganzen.
In dem Maße, wie ich immer auch ein Du war, bin ich, wie alles andere auch, unsterblich.“
– Hans-Peter Dürr